Erstmals fotografiert: „Baby“-Planet in Staubring um fernen Stern entdeckt

VonTheresa Eduard

20. Oktober 2025
WeltraumMaximusdn / stock.adobe.com/ Symbolbild

Forscher haben erstmals einen jungen Protoplaneten direkt in einer Lücke einer protoplanetaren Scheibe abgebildet. Die Entdeckung des Objekts mit der Bezeichnung WISPIT 2b liefert einen direkten Beleg für eine seit langem vermutete Theorie der Planetenentstehung.

Direkter Blick auf einen jungen Riesen

Ein internationales Forschungsteam hat den Protoplaneten WISPIT 2b entdeckt. Es handelt sich um einen jungen Gasriesen, der etwa die fünffache Masse des Jupiter besitzt. Das berichtet die NASA. Der Planet ist mit einem geschätzten Alter von fünf Millionen Jahren astronomisch gesehen sehr jung. Er befindet sich in einem Abstand von etwa 437 Lichtjahren von der Erde. Seine Besonderheit ist der direkte Nachweis in einer ringförmigen Lücke um seinen Stern.

Lücken in Staubscheiben als Planetengeburtsstätten

Protoplanetare Scheiben aus Gas und Staub umgeben junge Sterne. In ihnen entstehen neue Planeten. Oft zeigen sich in diesen Scheiben Lücken, die wie leere Ringe aussehen. Die Wissenschaft vermutete lange, dass sich genau in diesen Lücken Planeten bilden. Diese wachsenden Himmelskörper sollten das umgebende Material verdrängen und so die Lücken schaffen. Ein direkter Beleg für diese Theorie fehlte jedoch bislang.

Technologie macht unsichtbares sichtbar

Die Entdeckung gelang mit dem hochspezialisierten Instrument MagAO-X am Magellan-Teleskop in Chile. Dieses System ist darauf ausgelegt, schwaches Licht im sogenannten H-alpha-Bereich zu detektieren. Dieses spezielle Licht wird emittiert, wenn Wasserstoffgas auf den jungen Protoplaneten fällt und sich dabei erhitzt. In genau diesem Licht erschien WISPIT 2b als deutlicher Punkt in der ansonsten dunklen Lücke der Staubscheibe.

Bedeutung der Entdeckung

Der Fund liefert den ersten visuellen Beweis dafür, dass sich Planeten tatsächlich in den ringförmigen Lücken protoplanetarer Scheiben bilden. Die Forschenden gehen davon aus, dass WISPIT 2b direkt an dem Ort entstanden ist, an dem er beobachtet wurde. Die Entdeckung wurde in der Fachzeitschrift „The Astrophysical Journal Letters“ veröffentlicht. Die Forschung wurde teilweise durch ein Programm der NASA unterstützt.