Dicker Hals, hohes Risiko: Was Ihr Nackenmaß über Ihre Gesundheit verrät

VonTheresa Eduard

21. Oktober 2025
Prostock-studio / stock.adobe.com
© Prostock-studio / stock.adobe.com

Ein kräftiger Nacken gilt oft als Zeichen von Stärke – etwa bei Sportlern oder Menschen mit körperlich fordernden Berufen. Doch was, wenn genau dieser Körperteil auf verborgene Gesundheitsrisiken hinweist? Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass der Halsumfang mehr über unseren Gesundheitszustand verraten könnte als bislang angenommen. Und das ganz unabhängig vom Körpergewicht oder Body-Mass-Index (BMI).

Halsumfang als unterschätzter Risikofaktor

Wie die Plattform ScienceDaily berichtet, könnten Mediziner künftig vermehrt auf den Halsumfang achten, um Risiken für chronische Erkrankungen besser einzuschätzen. Der BMI – also das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße – sei zwar weit verbreitet, bilde aber nicht immer die Realität ab. So könne etwa ein durchtrainierter Mensch einen hohen BMI aufweisen, ohne übermäßig viel Körperfett zu haben.

Im Gegensatz dazu gebe der Halsumfang Hinweise auf die Verteilung von Fett im oberen Körperbereich. Laut ScienceDaily sei gerade dieses Fett besonders problematisch, da es Fettsäuren ins Blut abgibt, die den Cholesterinspiegel, den Blutzucker und den Herzrhythmus negativ beeinflussen könnten. Der Halsumfang fungiere somit als sichtbares Anzeichen für sogenanntes viszerales Fett – jenes Fett, das sich um die inneren Organe lagert und als besonders gesundheitsschädlich gilt.

Verbindung zu Herzkrankheiten und Diabetes

Die Forschungsergebnisse, auf die sich ScienceDaily beruft, zeigten einen klaren Zusammenhang zwischen einem größeren Halsumfang und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu zählten unter anderem Bluthochdruck, Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz. Besonders Vorhofflimmern sei problematisch, da es zu unregelmäßigem Herzschlag und damit zu einem erhöhten Schlaganfallrisiko führen könne.

Darüber hinaus bestehe laut den Studien ein Zusammenhang zwischen Halsumfang und koronaren Herzerkrankungen, bei denen die Blutversorgung des Herzens durch verengte Gefäße eingeschränkt ist. Auch Stoffwechselkrankheiten wie Typ-2-Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes träten häufiger bei Menschen mit größerem Halsumfang auf. Beide Formen könnten langfristig zu Nervenschäden, Sehverlust oder sogar Amputationen führen.

Auch Schlafprobleme im Fokus

Ein weiterer Risikofaktor sei die Schlafapnoe – eine Erkrankung, bei der es während des Schlafs zu Atemaussetzern kommt. Menschen mit einem breiteren Hals seien laut ScienceDaily besonders gefährdet. Die Folgen reichten von starker Tagesmüdigkeit bis hin zu erhöhter Unfallgefahr und zusätzlicher Belastung für Herz und Kreislauf.

Als kritische Grenzwerte gelten demnach ein Halsumfang von 43 Zentimetern oder mehr bei Männern und 35,5 Zentimetern oder mehr bei Frauen. Bemerkenswert sei, dass auch Menschen mit normalem BMI betroffen sein könnten. Mit jedem zusätzlichen Zentimeter steige das Risiko für Krankenhausaufenthalte und eine verkürzte Lebenserwartung.

Ein Maßband als Gesundheitshelfer

Die gute Nachricht: Der Halsumfang lässt sich leicht messen – mit einem flexiblen Maßband, das locker um den schmalsten Teil des Halses gelegt wird. Und er lässt sich auch beeinflussen. Laut ScienceDaily könne regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf den Halsumfang reduzieren und damit das Risiko für viele Erkrankungen senken. Zwar ersetze diese Messung keine ärztliche Untersuchung, könne aber eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Gesundheitsindikatoren sein.

Kurz und knapp:

  • Ein größerer Halsumfang kann auf ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes und Schlafapnoe hinweisen – unabhängig vom BMI.
  • Ab einem Umfang von 43 cm bei Männern und 35,5 cm bei Frauen steigt laut ScienceDaily das Gesundheitsrisiko deutlich an.