Für neues Mondfahrzeug: GM entwickelt extrem robuste E-Auto-Batterie

VonStefan Mattins

24. Oktober 2025
By NASA - Lunar and Planetary Institute, Public Domain (https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/) / Archivbild
© By NASA - Lunar and Planetary Institute, Public Domain (https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/) / Archivbild

Ein Auto für den Mond? Was nach Science-Fiction klingt, wird bald Realität. Im Rahmen des Artemis-Programms der NASA soll ein neues Mondfahrzeug entwickelt werden, das nicht nur robust, sondern auch autonom und langlebig ist. Anders als sein Vorgänger aus den 1970er Jahren wird dieses Fahrzeug mit modernster Batterietechnologie ausgestattet – und könnte damit ein neues Kapitel in der Raumfahrt aufschlagen.

Ein Jahrzehnt auf dem Mond

Wie das Technikportal NewAtlas berichtet, soll das sogenannte Lunar Terrain Vehicle (LTV) ab der Artemis-V-Mission – frühestens im Jahr 2030 – Astronauten bei Erkundungen des Mondsüdpols unterstützen. Im Gegensatz zum ursprünglichen Mondrover der Apollo-15-Mission, dessen Batterie nach 92 Kilometern leer war und nicht wieder aufgeladen werden konnte, sei das neue Fahrzeug für eine Lebensdauer von zehn Jahren und eine Reichweite von rund 30.000 Kilometern ausgelegt, so NewAtlas.

Die Batterie des LTV müsse dabei extremen Bedingungen standhalten: Während der zweiwöchigen Mondnacht sinken die Temperaturen auf bis zu minus 173 Grad Celsius. Da in dieser Zeit keine Sonnenenergie zur Verfügung steht, sei eine ausgeklügelte Isolierung und Selbstheizung notwendig, heißt es weiter. General Motors (GM), das gemeinsam mit dem Unternehmen Lunar Outpost an einem der drei LTV-Prototypen arbeitet, setze auf Lithium-Ionen-Batterien mit einer speziellen Nickel-Kobalt-Mangan-Aluminium-Zusammensetzung. Diese Technologie sei bereits in GM-Fahrzeugen wie dem Hummer EV im Einsatz.

Robust, präzise und fehlertolerant

Die Batterien würden laut NewAtlas direkt in das Fahrgestell integriert, um den Schwerpunkt zu optimieren. Um die Zuverlässigkeit zu erhöhen, würden sie mit einer speziellen Laserschweißtechnik gefertigt und mit Thermografie-Scans auf Fehler geprüft – eine Methode, die ursprünglich für Elektroautos auf der Erde entwickelt wurde.

Auch bei der Steuerung setzt GM auf bewährte Technologien: Das LTV soll vier einzeln angetriebene und lenkbare Räder besitzen, was Manöver wie den sogenannten „Crab Walk“ – also das seitliche Fahren – und Wendungen auf der Stelle ermöglichen soll. Diese Funktionen seien vom Hummer EV inspiriert, jedoch für die Mondbedingungen angepasst, so das Unternehmen gegenüber NewAtlas.

Autonom unterwegs auf fremdem Terrain

Obwohl das Fahrzeug auch manuell bedient werden kann, sei es laut GM vor allem für den autonomen Betrieb vorgesehen. Es soll mit Sensoren wie LiDAR, Radar und hochauflösenden Kameras ausgestattet sein, um sich selbstständig über die staubige, unebene Mondoberfläche zu bewegen. Die Steuerung könne auch von der Erde aus erfolgen. Ziel sei es, die kognitive Belastung der Astronauten so gering wie möglich zu halten, sagte ein GM-Ingenieur laut NewAtlas.

Die NASA plane zudem ein weiteres Fahrzeug – einen sogenannten Pressurized Rover – für längere Missionen. Noch in diesem Jahr werde entschieden, welches der drei LTV-Konzepte ausgewählt wird. Die Artemis-V-Mission soll die dritte bemannte Mondlandung des Programms werden – und die erste, bei der ein Fahrzeug zum Einsatz kommt.