Ein bizarrer Anblick aus dem All sorgt derzeit wieder für Aufsehen: Auf einem Satellitenbild aus dem Jahr 2023 scheint ein riesiger Schädel aus dem Boden einer Vulkankaldera in der afrikanischen Republik Tschad zu starren. Die Formation wirkt so lebensecht, dass sie an einen überdimensionalen Totenschädel erinnert – mit deutlich erkennbaren Augenhöhlen, Nasenöffnung und Schädeldecke. Doch was steckt wirklich hinter diesem geologischen Phänomen? Und was hat es mit Halloween zu tun?
Ein „Totenschädel“ mitten in der Sahara
Wie das Wissenschaftsportal LiveScience berichtete, sei das Bild von einem Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) aufgenommen worden. Es zeige eine ungewöhnliche Felsformation im Emi-Koussi-Massiv, einem erloschenen Vulkan im Norden des Tschad, nahe der Grenze zu Libyen. Die Region liegt im Tibesti-Gebirge, einem der abgelegensten und trockensten Gebiete der Sahara.
Laut LiveScience handle es sich bei der auffälligen Struktur um eine Kombination aus geologischen Prozessen und optischer Täuschung. Die „Augen“ des vermeintlichen Schädels seien zwei kleinere Vulkankrater innerhalb der großen Caldera, die etwa 12 Kilometer breit ist. Die „Nase“ entspreche einem weiteren Krater oder einer Erosionsstruktur, während die runde Form der Caldera selbst den Eindruck eines Schädels vervollständige.
Ein Vulkan mit Geschichte
Emi Koussi gilt laut NASA Earth Observatory als der höchste Punkt der Sahara, mit einer Höhe von rund 3.415 Metern über dem Meeresspiegel. Der Schildvulkan sei vor Millionen von Jahren durch wiederholte Lavaströme entstanden und habe später mehrere große Ausbrüche erlebt, die zur Bildung der heutigen Caldera führten. Die auffälligen Krater im Inneren seien vermutlich jüngeren Datums und könnten durch spätere vulkanische Aktivitäten oder Einstürze entstanden sein.
Die NASA hatte das Bild des „Schädels“ bereits im Oktober 2023 veröffentlicht. Es sei Teil eines Programms, bei dem Astronauten regelmäßig Fotos der Erdoberfläche machen, um geologische, klimatische und ökologische Veränderungen zu dokumentieren. In diesem Fall sei jedoch vor allem die ungewöhnliche Ästhetik des Motivs ins Auge gefallen. Und weil das Bild an einen Totenkopf erinnert, wurde es vom NASA Earth Observatory zum Schauerfest Halloween veröffentlicht – einschließlich der gänzlich ungruseligen wissenschaftlichen Erklärung.
Ein Spiel aus Licht, Schatten und Perspektive
Denn Betrachter mögen in der Formation zwar die Abbildung eines Schädels erkennen – doch nicht, weil es wirklich einer ist. Es handelt sich vielmehr um ein Beispiel für Pareidolie – ein psychologisches Phänomen, bei dem das menschliche Gehirn in zufälligen Mustern vertraute Formen erkennt. Ähnlich wie bei Wolken, die wie Tiere aussehen, oder dem berühmten „Gesicht“ auf dem Mars, entstehe der Eindruck eines Schädels hier durch die Kombination aus natürlicher Geometrie, Lichtverhältnissen und Blickwinkel.
Trotzdem habe das Bild in sozialen Medien und Wissenschaftsforen für großes Interesse gesorgt. Viele Nutzer hätten es mit Science-Fiction-Filmen oder mystischen Symbolen verglichen. Die NASA betonte jedoch, dass es sich um ein rein natürliches Phänomen handle, das durch vulkanische Prozesse und Erosion geformt wurde.

