Klimaflucht in den USA: Millionen müssen bis 2050 vor Hitze, Fluten und Dürre fliehen

VonStefan Mattins

30. Oktober 2025
24Novembers / Adobe.stock.com / Symbolbild
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Klimaflucht in den USA: Millionen müssen bis 2050 vor Hitze, Fluten und Dürre fliehenKlimaflucht in den USA: Millionen müssen bis 2050 vor Hitze, Fluten und Dürre fliehen

Wer heute an einen Umzug denkt, hat meist den Job, die Familie oder vielleicht das Klima im Kopf. Doch laut aktuellen Einschätzungen könnten in den kommenden Jahrzehnten in den USA Millionen Menschen gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen – nicht freiwillig, sondern weil die Folgen des Klimawandels ihre Lebensgrundlage bedrohen. Wie viele tatsächlich betroffen sein könnten, lasse sich laut Expertinnen und Experten jedoch schwer vorhersagen. Denn die Entscheidung, einen vertrauten Ort zu verlassen, hänge von weit mehr ab als nur vom Wetter: Arbeit, Geld, soziale Bindungen und kulturelle Wurzeln spielten eine große Rolle.

Wie viele werden gehen – und wohin?

Die Nachrichtenwebsite ClimateCrisis247 berichtet, dass die Zahl der Klimaflüchtlinge in den USA maßgeblich davon abhänge, wie die Regierung auf die Herausforderungen reagiere. So könne der Bund etwa in den Schutz gefährdeter Regionen investieren – durch den Bau von Flutmauern, die Modernisierung von Wassersystemen oder den Schutz landwirtschaftlicher Flächen. Solche Maßnahmen könnten die Zahl der Menschen, die umziehen müssen, deutlich senken. Wie diese Entscheidungen jedoch getroffen würden, sei bislang unklar.

Selbst wenn es gelinge, die weltweiten Emissionen rasch zu senken und die Erderwärmung auf etwa 5 bis 6 Grad Fahrenheit (etwa 2,8 bis 3,3 Grad Celsius) über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, werde sich die Landschaft der Vereinigten Staaten laut ClimateCrisis247 bis 2050 dramatisch verändern. Noch vor zehn Jahren habe kaum jemand mit solch tiefgreifenden Veränderungen gerechnet.

Wissenschaftliche Prognosen: Küsten, Hitze, Dürre

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erwarten demnach, dass der Meeresspiegel an der Ost- und Golfküste der USA bis 2050 um 30 bis 60 Zentimeter steigen werde. Millionen Häuser könnten dadurch regelmäßig oder sogar dauerhaft überschwemmt werden. Während große Städte wie New York, Boston oder Miami voraussichtlich teure Schutzmaßnahmen wie Deiche finanzieren könnten, fehlten kleineren Küstenorten oft die Mittel dazu. In diesen Gemeinden würden einige Menschen und Unternehmen das Risiko nicht eingehen und wegziehen, während ärmere Bevölkerungsteile häufig keine Wahl hätten. Zudem würden Versicherungen zunehmend den Schutz vor Überschwemmungsschäden einstellen, was zu verlassenen Häusern und Geschäften führen könne.

Im Westen der USA, so die Prognose, könnten weite Landstriche zur Wüste werden. Die Great Plains und der Süden müssten sich auf extreme Hitzewellen, langanhaltende Dürren und plötzliche Überschwemmungen einstellen – mit gravierenden Folgen für die Landwirtschaft.

In einigen Regionen im Süden könnten die Sommer so heiß und feucht werden, dass die gefühlte Temperatur über 50 Grad Celsius steigen kann – eine Intensität, die so extrem ist, dass selbst gesunde Menschen im Schatten ein tödliches Risiko eingehen könnten.

Umweltveränderungen dürften mehr Menschen dazu zwingen, ihren Wohnort zu wechseln, doch wie viel Migration tatsächlich stattfindet, hänge stark davon ab, welche Maßnahmen ergriffen werden, um ihnen ein Verbleiben vor Ort zu ermöglichen, so das Klimaportal.