Meteorschauer im Anflug: Forscher warnen vor erhöhtem Einschlagsrisiko 2032 und 2036

VonStefan Mattins

31. Oktober 2025
Jogendra Kumar / stock.adobe.com / Symbolbild
© Jogendra Kumar / stock.adobe.com / Symbolbild
Meteorschauer im AnflugMeteorschauer im Anflug

Wenn der Herbst Einzug hält und die Nächte länger werden, gibt es für Sternengucker ein besonderes Spektakel: Die sogenannten „Halloween-Feuerbälle“ der Tauriden erhellen den Himmel. Doch hinter dem funkelnden Schauspiel verbirgt sich mehr als nur ein ästhetisches Naturereignis – laut Wissenschaftlern könnten die Tauriden auch Hinweise auf potenzielle Gefahren aus dem All liefern.

Himmlische Besucher: Ursprung und Risiko der Tauriden

Die Meteore der Tauriden entstehen, wenn winzige Staub- und Gesteinspartikel in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen. Wie die Website ScienceDaily schreibt, stammt das Material aus dem Schweif des Kometen Encke, der auf seiner Bahn um die Sonne regelmäßig eine Spur von Trümmern hinterlässt. Zweimal jährlich kreuzt die Erde diese Trümmerspur: Im Herbst, wenn die Tauriden sichtbar werden, und im Juni, wenn die sogenannten Beta-Tauriden tagsüber auftreten – letztere sind jedoch meist unsichtbar, es sei denn, sie verursachen außergewöhnlich helle Feuerbälle.

Ein Forschungsteam um Mark Boslough, Forschungsprofessor an der Universität von New Mexico, habe sich nun intensiv mit den Risiken beschäftigt, die von größeren Objekten aus dem Tauriden-Strom ausgehen könnten. In einer im Fachjournal „Acta Astronautica“ veröffentlichten Studie, auf die ScienceDaily verweist, untersuchten die Wissenschaftler, ob die Tauriden die Wahrscheinlichkeit für Einschläge von erdnahen Objekten (NEOs) in den kommenden Jahrzehnten erhöhen könnten.

Resonante Schwärme und mögliche Gefahrenjahre

Laut Boslough umfasse die planetare Verteidigung verschiedene Disziplinen: von der Entdeckung und Verfolgung erdnaher Objekte über deren Charakterisierung bis hin zu Modellen für Auswirkungen und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. Während kleine Partikel regelmäßig verglühen, seien größere Körper – wie jene, die 2013 über Tscheljabinsk oder 1908 bei Tunguska einschlugen – deutlich seltener, könnten aber beträchtliche Schäden anrichten.

Die Studie habe neue Beobachtungsdaten ausgewertet und deute darauf hin, dass kleine NEOs, die sogenannte „Airbursts“ (atmosphärische Explosionen) verursachen können, womöglich ein höheres Risiko darstellen als bislang angenommen. Besonders im Fokus stehe ein hypothetischer „Tauriden-Resonanzschwarm“ – eine Ansammlung von Trümmerobjekten, die durch die Schwerkraft des Planeten Jupiter beeinflusst werde.

2032 und 2036: Jahre erhöhter Aufmerksamkeit

Sollte dieser Schwarm tatsächlich existieren, so Boslough laut ScienceDaily, werde er der Erde in den Jahren 2032 und 2036 besonders nahekommen. Mithilfe gezielter Himmelsdurchmusterungen könnten Teleskope dann potenziell größere Objekte aufspüren, die sich in der Nähe der Erde bewegen. Die Forscher betonen, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag zwar erhöht sein könnte, das Gesamtrisiko jedoch weiterhin sehr gering bleibe.

Boslough habe zudem darauf hingewiesen, dass bei rechtzeitiger Entdeckung geeignete Maßnahmen zum Schutz möglich seien. Neue Infrarotteleskope wie der NEO Surveyor könnten künftig helfen, gefährliche Objekte frühzeitig zu identifizieren.