Ein türkisgrüner Strudel zieht sich durch das Wasser des Pyramidensees im US-Bundesstaat Nevada – auf Satellitenbildern wirkt er fast malerisch. Doch was wie ein Kunstwerk aussieht, ist in Wirklichkeit ein massives Vorkommen giftiger Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt. Diese Mikroorganismen können gefährliche Toxine produzieren, die sowohl für Tiere als auch für Menschen gesundheitsschädlich sind. Eine aktuelle Satellitenaufnahme aus dem Jahr 2024 zeigt, dass die Blüte in diesem Jahr besonders ausgeprägt ist. Doch das Phänomen ist keineswegs neu: Forschende gehen davon aus, dass diese Algenart den See bereits seit Jahrtausenden besiedelt.
Algenblüte mit jahrtausendealter Geschichte
Wie die Wissenschaftswebsite LiveScience unter Berufung auf aktuelle Forschungsergebnisse berichtet, deute eine geochemische Analyse von Sedimentproben darauf hin, dass Cyanobakterien im Pyramidensee bereits seit mindestens 9.000 Jahren regelmäßig blühen. Die Proben seien aus verschiedenen Tiefen des Seebodens entnommen worden. Anhand von im Sediment eingeschlossenen Pigmenten und Isotopen hätten die Forschenden Rückschlüsse auf frühere Algenvorkommen ziehen können.
Demnach sei die heutige Algenart, die zur Gattung Dolichospermum gehört, bereits in prähistorischer Zeit aktiv gewesen. Diese Cyanobakterien seien in der Lage, Stickstoff aus der Atmosphäre zu binden – ein Vorteil in nährstoffarmen Gewässern. Laut LiveScience hätten die Forschenden vermutet, dass diese Fähigkeit den Bakterien geholfen habe, sich über Jahrtausende hinweg im Pyramidensee zu behaupten.
Ein See mit besonderen Bedingungen
Der Pyramidensee liegt im Nordwesten Nevadas, etwa 60 Kilometer nordöstlich von Reno. Er ist ein abflussloser Salzsee, dessen Wasser aus dem Truckee River stammt. Aufgrund der hohen Salz- und Mineralstoffkonzentration sowie der intensiven Sonneneinstrahlung im Sommer bietet der See ideale Bedingungen für das Wachstum von Cyanobakterien. Laut den von LiveScience zitierten Forschenden könnten Klimaveränderungen und menschliche Eingriffe in das Ökosystem – etwa durch Wasserumleitungen – das Algenwachstum zusätzlich begünstigt haben.
Die aktuelle Blüte sei auf Satellitenbildern deutlich sichtbar und nehme eine ungewöhnlich große Fläche des Sees ein. Die Forschenden hätten betont, dass solche Blüten nicht nur ein ästhetisches Problem darstellen, sondern auch ökologische und gesundheitliche Risiken bergen. Die von den Cyanobakterien produzierten Gifte könnten Fische, Vögel und andere Tiere schädigen – und auch für Menschen beim Schwimmen oder Angeln gefährlich werden.
Langfristige Überwachung geplant
Wie LiveScience weiter berichtet, plane das Forschungsteam, den Pyramidensee künftig regelmäßig zu überwachen. Ziel sei es, besser zu verstehen, wie sich Umweltveränderungen auf die Algenblüten auswirken. Auch wolle man herausfinden, ob die Häufigkeit und Intensität der Blüten in den letzten Jahrzehnten zugenommen habe.
Die Erkenntnisse könnten dabei helfen, ähnliche Entwicklungen in anderen Seen weltweit besser einzuschätzen. Denn Cyanobakterienblüten treten nicht nur in Nevada auf, sondern sind ein globales Phänomen – insbesondere in Zeiten zunehmender Erwärmung und veränderter Nährstoffeinträge in Gewässer.

