Astronaut knipst goldenen Drachenfluss – NASA enthüllt Foto eines verblüffenden Phänomens

VonStefan Mattins

11. Dezember 2025
NASA/ Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=178953169
© NASA/ Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=178953169

Ein goldener Drache aus Licht, der sich durch die Landschaft windet – was klingt wie eine Szene aus einem Fantasyfilm, wurde tatsächlich vom All aus fotografiert. Ein Astronaut an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) hielt im Jahr 2023 einen Moment fest, in dem sich der Alabama River in den USA in eine schimmernde, drachenähnliche Gestalt verwandelte. Der Fluss leuchtete dabei in einem intensiven Goldton und schlängelte sich durch die Landschaft wie ein chinesischer Drache aus Licht.

Die erst vor wenigen Tagen veröffentlichte, spektakuläre Aufnahme zeigt nicht etwa eine optische Täuschung oder digitale Bearbeitung, sondern ein natürliches Phänomen, das als „Sunglint“ bezeichnet wird – ein Spiegelungseffekt, der nur unter ganz bestimmten Bedingungen auftritt.

Ein seltener Lichtspiegelungseffekt

Wie das Fachportal LiveScience berichtete, entstehe ein Sunglint, wenn Sonnenlicht in einem bestimmten Winkel auf eine Wasseroberfläche trifft und direkt in die Kamera eines Satelliten oder – wie in diesem Fall – eines Astronauten reflektiert werde. Die Wasseroberfläche wirke dann wie ein riesiger Spiegel, der das Sonnenlicht gebündelt zurückwerfe. Dabei könne der Fluss, je nach Wind, Strömung und Blickwinkel, ungewöhnliche Formen annehmen – in diesem Fall die eines goldenen Drachen.

Laut LiveScience sei der Effekt besonders gut sichtbar, wenn das Wasser ruhig sei oder nur leichte Wellen aufweise. Dann entstünden gleichmäßige Reflexionen, die große Flächen in metallischem Glanz erscheinen ließen. Der Alabama River, der sich durch den Bundesstaat Alabama im Südosten der USA zieht, habe sich in diesem Moment in eine solche spiegelnde Fläche verwandelt.

Die Form des Flusses als Drachenkontur

Die auffällige Form, die an einen chinesischen Drachen erinnert, sei laut LiveScience durch die natürliche Windung des Flusses entstanden. In Kombination mit dem Sunglint-Effekt habe sich so die Illusion eines leuchtenden, sich bewegenden Wesens ergeben. Der goldene Schimmer sei dabei nicht gleichmäßig verteilt gewesen, sondern habe sich entlang der Flussbiegungen konzentriert, was die drachenartige Erscheinung noch verstärkt habe.

Astronauten auf der ISS hätten immer wieder die Möglichkeit, solche seltenen Naturphänomene aus einer einzigartigen Perspektive zu beobachten. Die Aufnahme des Alabama River sei ein Beispiel dafür, wie sich alltägliche Landschaften aus dem All in faszinierende Kunstwerke verwandeln könnten – ganz ohne menschliches Zutun.

Nur für kurze Zeit sichtbar

Wie LiveScience weiter erklärte, sei ein Sunglint nur für wenige Minuten sichtbar, da sich sowohl der Sonnenstand als auch die Position der ISS ständig änderten. Der Moment, in dem alle Bedingungen perfekt zusammenkämen, sei daher äußerst selten. Umso bemerkenswerter sei es, dass der Astronaut diesen Augenblick im Jahr 2023 festhalten konnte.

Solche Bilder würden nicht nur ästhetisch beeindrucken, sondern auch wissenschaftlich wertvoll sein, da sie Rückschlüsse auf Wasserbewegungen, Oberflächenbeschaffenheit und atmosphärische Bedingungen zuließen. Die Aufnahme des „goldenen Drachen“ über Alabama sei somit nicht nur ein visuelles Highlight, sondern auch ein seltenes Beispiel für die Schönheit natürlicher Lichtphänomene.