Ein Auto, das sich seitlich bewegen kann wie ein Krebs und auf der Stelle dreht? Der chinesische Autohersteller Geely hat das nun in einem realen Prototypen umgesetzt. Der EX5, ein elektrisch angetriebener Crossover, demonstriert eine neue Technologie, bei der die Antriebseinheiten direkt in die Räder integriert sind – mit erstaunlichen Folgen für die Beweglichkeit des Fahrzeugs.
Räder mit Eigenleben: Neue Steuertechnik für mehr Bewegungsfreiheit
Wie das Technikportal Interesting Engineering berichtet, habe Geely in einem kürzlich veröffentlichten Video eine selbst entwickelte Antriebseinheit vorgestellt, die direkt in die Räder des Fahrzeugs eingebaut ist. Diese sogenannte modulare Antriebseinheit ermögliche es, jedes Rad unabhängig voneinander zu steuern und zu bewegen. In der Demonstration sei das Fahrzeug mithilfe eines speziellen Steuerhandschuhs ferngesteuert worden. Geely zufolge handele es sich dabei jedoch nur um eine Übergangslösung – künftig solle die Steuerung über Smartphones oder Smartwatches erfolgen.
Die vier Antriebseinheiten im Prototyp seien so konstruiert, dass sie sich jeweils um bis zu 90 Grad drehen lassen. Dadurch könne das Fahrzeug nicht nur auf der Stelle wenden, sondern sich auch seitlich bewegen – ein sogenannter „Crab Mode“, bei dem das Auto wie ein seitlich laufender Krebs die Richtung wechselt, ohne sich zu drehen. Diese Technik ermögliche es, auch in engsten Parklücken präzise zu manövrieren oder das Fahrzeug aus schwierigen Situationen herauszubewegen.
Wendigkeit auf Kosten des Innenraums?
Geely zufolge könne das System auch die Stabilität bei schwierigen Fahrbedingungen verbessern – etwa bei glatten Straßen oder starkem Seitenwind. Da jedes Rad einzeln angesteuert werde, lasse sich das Fahrverhalten gezielt anpassen. Allerdings bringe die neue Technik auch bauliche Herausforderungen mit sich. Wie das Fachportal CarNewsChina berichtet habe, seien die hinteren Radkästen des Prototyps deutlich vergrößert worden, um Platz für die drehbaren Räder zu schaffen. Dies könne den Innenraum einschränken. Zudem seien die Fenster des Fahrzeugs abgedeckt gewesen, und es gebe Hinweise darauf, dass die Rücksitze entfernt wurden – möglicherweise, um Raum für die neue Technik zu schaffen.
EX5 als Vorreiter für Geelys globale Elektrostrategie
Der EX5 spiele eine zentrale Rolle in Geelys Strategie, sich international im Markt für Elektrofahrzeuge zu etablieren. Das Fahrzeug sei mit einem Elektromotor an der Vorderachse ausgestattet, der eine Spitzenleistung von etwa 160 Kilowatt liefere. Damit biete der EX5 eine ausgewogene Kombination aus Beschleunigung, Fahrkomfort und präzisem Handling.
Die Energieversorgung übernehme eine Batterie mit einer Kapazität von 60,2 Kilowattstunden. Diese ermögliche laut WLTP-Standard eine Reichweite von rund 430 Kilometern pro Ladung – ausreichend für den Stadtverkehr ebenso wie für längere Fahrten. Ergänzt werde das System durch moderne Steuerungs- und Sicherheitsfunktionen, die laut Geely für Effizienz und Stabilität unter verschiedensten Fahrbedingungen sorgen sollen.

