Tyrannosaurus rex wuchs viel langsamer als gedacht – neue Erkenntnisse überraschen

VonStefan Mattins

6. März 2026
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Die Faszination für den Tyrannosaurus rex bleibt ungebrochen, und neue Forschungen werfen ein frisches Licht auf das Wachstum dieses ikonischen Dinosauriers. Während frühere Studien nahelegten, dass T. rex sein volles Gewicht von etwa acht Tonnen bereits mit 25 Jahren erreicht hatte, stellt eine aktuelle Analyse diese Annahme in Frage. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass dieser berühmte Raubsaurier möglicherweise bis zu 40 Jahre lang wuchs, bevor er seine maximale Größe erreichte.

Ein umfassender Blick auf das Wachstum

Die Studie, die in der Fachzeitschrift PeerJ veröffentlicht wurde, stellt die detaillierteste Rekonstruktion der Lebensgeschichte des T. rex dar. Forscher untersuchten 17 Tyrannosaurus-Exemplare, von jungen Juvenilen bis hin zu großen Erwachsenen. Durch den Einsatz fortschrittlicher statistischer Modelle und mikroskopischer Untersuchungen von Knochenschnitten konnten sie zuvor übersehene Wachstumsringe identifizieren. Diese neuen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass einige Fossilien, die früher als T. rex klassifiziert wurden, möglicherweise anderen Arten oder biologischen Unterschieden angehören.

Holly Woodward, Professorin für Anatomie an der Oklahoma State University und Leiterin der Forschungsarbeit, erklärte, dass dies der größte Datensatz sei, der jemals für T. rex zusammengestellt wurde. Die Analyse der Wachstumsringe in den fossilen Knochen ermöglichte es den Wissenschaftlern, die jährlichen Wachstumsverläufe der Tiere nachzuvollziehen.

Ein längerer Wachstumszeitraum für den König der Dinosaurier

Die Ergebnisse legen nahe, dass T. rex nicht schnell erwachsen wurde, sondern über mehrere Jahrzehnte hinweg allmählich wuchs. Die Forscher betonen, dass diese verlängerte Wachstumsphase möglicherweise eine wichtige ökologische Rolle gespielt hat. Jack Horner von der Chapman University, Mitautor der Studie, merkte an, dass jüngere Tyrannosaurier durch diese langsame Entwicklung verschiedene ökologische Nischen besetzen konnten, was ihnen möglicherweise half, als Spitzenprädatoren am Ende der Kreidezeit zu dominieren.

Fossilien und mögliche Verwechslungen

Obwohl Tyrannosaurus rex die bekannteste Art dieser Dinosauriergruppe ist, gibt es weiterhin Diskussionen darüber, ob einige Fossilien tatsächlich zu T. rex oder zu eng verwandten Arten gehören. Einige Forscher haben vorgeschlagen, dass bestimmte kleinere Fossilien eine eigene Art namens Nanotyrannus darstellen könnten. Diese Ideen sind innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft umstritten.

Die aktuelle Studie untersuchte 17 Exemplare innerhalb des als „Tyrannosaurus rex Artenkomplex“ bezeichneten Rahmens, was die Möglichkeit anerkennt, dass die Fossilien mehrere verwandte Arten oder Unterarten repräsentieren könnten. Besonders auffällig sind die Fossilien mit den Spitznamen „Jane“ und „Petey“, deren Wachstumsverläufe sich signifikant von anderen Exemplaren unterscheiden.

Neue Techniken zur Entdeckung von Wachstumsringen

Ein weiterer wichtiger Befund der Studie ist die Entdeckung eines zuvor unbekannten Typs von Wachstumsringen in Dinosaurierknochen. Die Forscher fanden heraus, dass zirkular polarisiertes und gekreuzt polarisiertes Licht Wachstumsmerkmale sichtbar machen kann, die mit herkömmlichen Methoden schwer zu erkennen sind. Diese neuen Ansätze könnten dazu beitragen, verwirrende Wachstumsverläufe in einigen Exemplaren besser zu verstehen.