„Schwarzer Regen“ über Iran: Umwelt- und Gesundheitskrise nach Angriffen auf Öldepots

VonC. Peters

12. März 2026
Westermak / shutterstock.com / Symbolbild
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Ein ungewöhnliches Phänomen sorgt derzeit im Nahen Osten für Aufsehen: Über dem Iran fällt sogenannter „schwarzer Regen“. Diese Bezeichnung steht für Regen, der durch stark verschmutzte Luft dunkel wird. Auslöser sind jüngste Angriffe auf Ölraffinerien und Entsalzungsanlagen, die eine Umwelt- und humanitäre Krise von beispiellosem Ausmaß ausgelöst haben.

Umweltgefahren durch Luftverschmutzung

Laut dem Portal Interesting Engineering hätten Satellitenbilder bestätigt, dass Rauch von Angriffen auf Ölraffinerien und Depots über Teheran gezogen sei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe gewarnt, dass Angriffe auf Energieinfrastrukturen erhebliche Gesundheitsrisiken für die Bewohner der Stadt darstellen könnten.

Die unmittelbaren Folgen dieser Angriffe seien Atembeschwerden und chemische Verbrennungen an Augen und Hals. Langfristig könnten die freigesetzten Schadstoffe jedoch noch schwerwiegendere Gesundheitsprobleme wie Krebs und neurologische Störungen verursachen, wie der Sender EuroNews meldete.

Seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar seien mindestens vier Ölanlagen in der Nähe von Teheran getroffen worden. Diese Angriffe hätten eine „beispiellose“ chemische Smogwolke freigesetzt, die die Sonne verdunkelt habe. Die entstehenden Brände führten zu einer unvollständigen Verbrennung, bei der giftige Stoffe wie Kohlenmonoxid, Ruß, Schwefel- und Stickoxide freigesetzt würden, die sauren Regen bilden könnten.

Anwohner berichteten demnach von einem anhaltenden „schrecklichen“ Geruch und extremer Müdigkeit.

Wasserknappheit als Waffe

Die Angriffe auf Entsalzungsanlagen hätten zudem die Wasserversorgung von Dutzenden iranischer Dörfer unterbrochen.

Laut EuroNews sei die Wasserproduktion im Golf häufig physisch mit Stromnetzen durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen verbunden. Jeder Angriff auf die elektrische Infrastruktur habe daher sofortige Auswirkungen auf die Wasserversorgung.

Besonders kritisch sei diese Situation für den Iran, der trotz seiner natürlichen Wasserquellen unter einer brutalen fünfjährigen Dürre leide, die Flüsse und Grundwasserleiter erschöpft habe. Die Versuche des Landes, Entsalzungsprojekte entlang seiner Südküste auszubauen, stießen auf erhebliche Hindernisse, darunter internationale Sanktionen, hohe Energiekosten und infrastrukturelle Engpässe.

Steigende Kohlenstoffemissionen

Die Störung von Ölraffinerien und die Schließung der Straße von Hormus, einer wichtigen Route für 20 % des weltweiten Ölhandels, zwingen Nationen dazu, auf „schmutzigere“ Energiealternativen zurückzugreifen. In der Vergangenheit hätten Länder in solchen Versorgungskrisen oft auf Kohle oder emissionsintensives Flüssigerdgas zurückgegriffen, um ihre Wirtschaft zu stabilisieren. Die Notwendigkeit, Tanker um Afrika herum umzuleiten, habe die globalen Schifffahrtsemissionen in die Höhe getrieben und das Risiko von Umweltkatastrophen wie Ölverschmutzungen erhöht.

Das in Großbritannien ansässige Conflict and Environment Observatory berichtet, seit Beginn des Konflikts zahlreiche Ereignisse mit möglichen Umweltauswirkungen in der Region festgestellt zu haben. Bis zum 10. März 2026 seien über 300 Vorfälle erfasst worden, von denen 232 als Umweltrisiko eingestuft wurden.

Laut Interesting Engineering erzeugen Militärs bereits etwa 5,5 % der globalen Emissionen. Der aktuelle Konflikt zerstöre in wenigen Tagen jahrelange Fortschritte im Bereich des Umweltschutzes.

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Der Beitrag „Schwarzer Regen“ über Iran: Umwelt- und Gesundheitskrise nach Angriffen auf Öldepots erschien zuerst auf NEWS IN FIVE.