Tief im Ozean herrschen enormer Wasserdruck und ständige Dunkelheit. Genau in dieser lebensfeindlichen Umgebung haben chinesische Forscher eine beeindruckende technologische Leistung vollbracht: Offenbar wurde ein Feststoffraketenmotor unter simulierten Bedingungen getestet, die dem Druck in 200 Metern Tiefe entsprechen. Diese Entwicklung könnte die Art und Weise, wie U-Boote Raketen starten, grundlegend verändern.
Weiter in die Tiefe
Normalerweise seien U-Boot-gestützte ballistische Raketen wie die amerikanische Trident oder die chinesische Julang-Serie auf Abschüsse in flachen Gewässern beschränkt, berichtete die South China Morning Post.
Der Test, der am Mechano-Electrical Engineering Institute in Zhengzhou durchgeführt worden sei, zeige jedoch, dass eine zuverlässige Zündung und ein stabiler Schub auch in größeren Tiefen möglich seien. Ein speziell entwickeltes System, das mit Druckluft und stabilen Drucktanks arbeite, simuliere die enormen Kräfte, die in der Tiefsee herrschen.
Das Abfeuern aus größeren Tiefen mache es schwieriger für feindliche Überwachungssysteme, die Position eines U-Bootes zu erkennen oder zu verfolgen. Dies sei besonders wichtig für die nukleare Abschreckung, da es U-Booten erlaube, von unvorhersehbaren Orten aus zuzuschlagen.
Technische Herausforderungen
Raketen in solchen Tiefen zu zünden, ist eine echte technische Herausforderung, weil dafür ein stabiler Aufstieg und eine erfolgreiche Zündung nötig sind, während gleichzeitig die enormen Kräfte des Ozeans überwunden werden müssen. Bisher konnten solche Systeme nur aus etwa 30 Metern Tiefe gestartet werden. Die Forschenden haben jedoch gezeigt, dass Raketenantriebe auch in deutlich extremeren Tiefen gezündet werden können.
Ein spezielles Simulationssystem, das mit Druckluft und hochmodernen Sensoren arbeite, habe die Umgebung in 200 Metern Tiefe nachgebildet. Ein Feststoffmotor mit einer Brenndauer von fünf Sekunden habe gezeigt, dass der Motor trotz der extremen äußeren Kräfte eine stabile Verbrennung und einen stabilen Innendruck aufrechterhalten könne.
Ein Blick in die Zukunft
Der Test habe auch gezeigt, dass die Zündung in 200 Metern Tiefe einen heftigen, millisekundenlangen „Kampf“ zwischen heißem Gas und kaltem Wasser auslöse, was zu vorübergehenden Schubschwankungen führe, bis ein stabiler „Gasstrahlkanal“ gebildet werde.
Der extreme äußere Druck reduziere den Gesamtschub um 32,7 % im Vergleich zu Oberflächenniveaus. Diese Daten stimmten mit früheren Simulationen überein, die nahelegten, dass in noch größeren Tiefen, wie etwa 300 Metern, der Schub um fast die Hälfte sinken könnte.
Die Ergebnisse dieser Tests könnten die Grundlage für die Entwicklung sichererer und leistungsfähigerer Motoren für zukünftige U-Boot-Raketen und hochmoderne Waffensysteme bilden, die tief auf dem Meeresboden verborgen sind. Die Forscher hatten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Tactical Missile Technology veröffentlicht.
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Der Beitrag Chinas Raketenrevolution: Tiefsee-Starts für unentdeckte Angriffe möglich erschien zuerst auf NEWS IN FIVE.

