Bereit für den Drohnenkrieg: So rüstet die Bundeswehr auf

VonC. Peters

29. März 2026
[Symbolbild / Foto: Parilov / shutterstock.com]
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Im Ukraine-Krieg sind sie ständig im Einsatz: Kleine, fast lautlose Drohnen, die Aufklärungsdaten liefern, Artillerie lenken oder zu fliegenden Sprengsätzen werden. Sie operieren über Schützengräben, Städte und Wälder hinweg – oft autonom und immer präzise. Was früher wie Science-Fiction wirkte, ist heute Alltag im Krieg. Und Deutschland? Hat bereits eine eigene Drohnenflotte für Aufklärung, doch das soll sich nun ändern...Im Ukraine-Krieg sind sie ständig im Einsatz: Kleine, fast lautlose Drohnen, die Aufklärungsdaten liefern, Artillerie lenken oder zu fliegenden Sprengsätzen werden. Sie operieren über Schützengräben, Städte und Wälder hinweg – oft autonom und immer präzise. Was früher wie Science-Fiction wirkte, ist heute Alltag im Krieg. Und Deutschland? Hat bereits eine eigene Drohnenflotte für Aufklärung, doch das soll sich nun ändern...

Im Ukraine-Krieg sind sie ständig im Einsatz: Kleine, fast lautlose Drohnen, die Aufklärungsdaten liefern, Artillerie lenken oder zu fliegenden Sprengsätzen werden. Sie operieren über Schützengräben, Städte und Wälder hinweg – oft autonom und immer präzise. Was früher wie Science-Fiction wirkte, ist heute Alltag im Krieg. Und Deutschland? Hat bereits eine eigene Drohnenflotte für Aufklärung, doch das soll sich nun ändern…

Die Drohnen-Armee der Bundeswehr

Die Bundeswehr will aufrüsten. Erstmals sollen eigene Kampfdrohnen beschafft werden, auch bewaffnet, auch zur Verteidigung. Bis 2029, so das Ziel, soll die Truppe in der Luft robuster aufgestellt sein – aus Sorge vor einem möglichen Angriff Russlands auf ein NATO-Land. Welche Drohnen besitzt Deutschland bereits? Und was ist geplant? Ein Überblick.

Drohnenbestand der Bundeswehr: Überblick über die Flotte

Die Bundeswehr verfügt nach eigenen Angaben über rund 600 Drohnen verschiedener Typen, die in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden. Der Großteil dient der Artillerieaufklärung. Die Bandbreite reicht von Nanodrohnen wie der Black Hornet bis zu MALE-Drohnen wie der Heron TP.

HALE, MALE & mehr: Von Mini-Scouts bis Langstreckenflieger

Drohnen der Bundeswehr lassen sich grob in vier Klassen einteilen: Small UAS (unter fünf Kilogramm), Light UAS (bis etwa 150 Kilogramm), MALE (Medium Altitude Long Endurance) und – theoretisch – HALE (High Altitude Long Endurance). MALE-Drohnen wie die Heron 1 operieren in rund 10.000 Metern Höhe und können über 24 Stunden in der Luft bleiben.

Black Hornet PD-100: Die kleinste Aufklärungsdrohne im Einsatz

Die Black Hornet PD-100 ist eine Nanodrohne norwegischer Herkunft, entwickelt von Prox Dynamics, das später von FLIR Systems übernommen wurde. Mit einem Gewicht von nur 18 Gramm liefert sie HD-Livebilder und Einzelaufnahmen. Die Bundeswehr nutzt sie seit mehreren Jahren für die Nahbereichsaufklärung. Ein System besteht aus zwei Drohnen, einer Fernsteuerung und einem Monitor.

Mikado: Luftaufklärung im Ortsbereich

Die Mikado-Drohne, auch bekannt als AirRobot AR 100-B, wird von der Bundeswehr für die Aufklärung in urbanen Gebieten eingesetzt. Sie wiegt unter 1 kg, hat eine Reichweite von bis zu 1.000 Metern und eine Flugdauer von etwa 30 Minuten. Hersteller ist die deutsche Firma AirRobot, die mittlerweile von Quantum Systems übernommen wurde. Seit 2024 ist die modernisierte Version Mikado II (AirRobot AR 100-H) im Dienst.

ALADIN: Der Späher

Die ALADIN-Drohne (Abbildende Luftgestützte Aufklärungsdrohne im Nächstbereich) wird von der Bundeswehr seit den frühen 2000er-Jahren genutzt. Sie hat eine Reichweite von 5 bis 15 Kilometern, eine Flugdauer von bis zu 60 Minuten und ein Startgewicht von 3,2 kg. Hersteller ist die deutsche Firma EMT, die inzwischen zu Rheinmetall gehört.

LUNA: Leichtgewicht mit großer Reichweite

Die LUNA-Drohne (Luftgestützte, Unbemannte Nahaufklärungsausstattung) dient der Bundeswehr zur Aufklärung über mittlere Entfernungen. Sie erreicht eine Reichweite von über 100 km, eine Flugdauer von 6 bis 8 Stunden und eine maximale Flughöhe von 5.000 Metern. Das Startgewicht liegt unter 40 kg. Hersteller ist die Firma EMT, heute Teil von Rheinmetall.

KZO: Zielortung für die Artillerie

Das Kleinfluggerät für Zielortung (KZO) wird von der Bundeswehr zur Zielaufklärung für die Artillerie eingesetzt. Es hat eine Reichweite von 140 km, eine Flugdauer von 4,5 Stunden und ein Startgewicht von 170 kg. Hersteller ist Rheinmetall. Die Nutzung des Systems wurde bis 2026 verlängert.

Heron 1: Langstreckenaufklärung aus Israel

Die Heron 1 ist eine MALE-Drohne (Medium Altitude Long Endurance) des israelischen Herstellers Israel Aerospace Industries (IAI). Seit 2010 nutzt die Bundeswehr sie für Aufklärungsmissionen, unter anderem in Afghanistan und Mali. Sie kann über 27 Stunden in der Luft bleiben, hat eine Reichweite von über 1.000 km und ein Startgewicht von 1.150 kg.

Heron TP: Bewaffnungsfähige Drohne

Die Heron TP, ebenfalls von IAI, ist eine Weiterentwicklung der Heron 1 und die eine bewaffnungsfähige Drohne der Bundeswehr. Sie hat eine Spannweite von 26 Metern, ein Startgewicht von bis zu 5.670 kg und kann über 36 Stunden in der Luft bleiben. Deutschland hat fünf dieser Drohnen geleast.

RABE: Aufklärung am Boden

Das Aufklärungssystem RABE fliegt nicht – es fährt. RABE ist ein kleiner, ferngesteuerter Roboter für den Einsatz in urbanem Gelände. Er ist mit Kameras ausgestattet und kann Hindernisse wie Treppen überwinden. RABE wird von der Bundeswehr für die Aufklärung in Gebäuden und engen Räumen genutzt.

Eurodrohne: Multinationale Entwicklung für die Zukunft

Um die Drohnenflotte zukunftsfähig zu machen, ist die Bundeswehr an mehreren Projekten beteiligt. Eines davon ist die Eurodrohne, ist ein gemeinsames Projekt von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, koordiniert von Airbus. Sie soll ab 2032 einsatzbereit sein und sowohl für Aufklärungs- als auch für bewaffnete Missionen genutzt werden. Geplant sind 21 Systeme für Deutschland.

Bundeswehr plant neue Drohnen für Marine

Die Deutsche Marine plant die Anschaffung von Hubschrauberdrohnen zur Verbesserung der Seeaufklärung. Eingesetzt werden sollen sie auf Korvetten der Braunschweig-Klasse, um den Aufklärungsradius und die Einsatzreichweite der Schiffe zu erhöhen. Geplant ist der Einsatz sensorbestückter Drohnen, die eigenständig operieren und Echtzeitdaten liefern können.

Future Combat Air System

Mit dem Future Combat Air System arbeitet die Bundeswehr gemeinsam mit Frankreich und Spanien an einem neuen Luftkampfsystem. Geplant ist ein Hightech-Verbund aus bemannten Jets und bewaffneten Begleitdrohnen, den sogenannten Remote Carriern. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit und Schlagkraft der Luftwaffe ab 2040 deutlich zu steigern.

Loitering Munition als neue Bewaffnung vorgesehen

Als Reaktion auf Erfahrungen aus aktuellen Konflikten will die Bundeswehr Loitering Munition beschaffen. Diese „Kamikaze-Drohnen“ gelten offiziell nicht als Drohnensystem, sondern als Munition und unterliegen damit vereinfachten Beschaffungsvorgaben.

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