Das radikalste Kampfflugzeug der Nazis – Ein bahnbrechender Fehlschlag

VonC. Peters

3. April 2026
[Ho 229 / Illustration / Von ratpack223 / stock.adobe.com]
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Diese deutsche Erfindung war ihrer Zeit weit voraus: Die Horten Ho 229 gilt als einer der ersten strahlgetriebenen Nurflügler der Luftfahrtgeschichte. Entwickelt wurde sie im Auftrag der NS-Luftwaffe, die unter Göring ein neuartiges Kampfflugzeug forderte. Die Brüder Horten reagierten darauf mit einem Konzept, das aerodynamisch alle Konventionen brach.Diese deutsche Erfindung war ihrer Zeit weit voraus: Die Horten Ho 229 gilt als einer der ersten strahlgetriebenen Nurflügler der Luftfahrtgeschichte. Entwickelt wurde sie im Auftrag der NS-Luftwaffe, die unter Göring ein neuartiges Kampfflugzeug forderte. Die Brüder Horten reagierten darauf mit einem Konzept, das aerodynamisch alle Konventionen brach.

Die deutsche Erfindung war ihrer Zeit weit voraus: Die Horten Ho 229 gilt als einer der ersten strahlgetriebenen Nurflügler in der Geschichte der Luftfahrt. Sie wurde im Auftrag der NS-Luftwaffe entwickelt, die unter Göring ein neuartiges Kampfflugzeug verlangte. Die Brüder Horten setzten daraufhin ein Konzept um, das aerodynamisch alle bisherigen Konventionen sprengte.

Görings „3×1000“-Forderung als Auslöser

1943 gab Hermann Göring das Ziel aus, ein Flugzeug zu bauen, das 1.000 Kilogramm Bomben über 1.000 Kilometer mit 1.000 Stundenkilometern transportieren konnte. Diese sogenannte „3×1000“-Forderung sollte der technisch überlegenen alliierten Luftwaffe begegnen. Die Ho 229 war einer der wenigen Entwürfe, die das theoretisch erfüllen konnten.

Die Brüder Horten: NSDAP & Luftwaffe

Die Brüder Walter und Reimar Horten, die Entwickler der Ho 229, waren deutsche Piloten, Ingenieure und Konstrukteure, die sich bereits in den 1930er-Jahren mit dem Bau von Nurflüglern beschäftigten. Beide dienten im Zweiten Weltkrieg in der Luftwaffe – Walter als Offizier, Reimar als technischer Entwickler.

Frühere Experimente als Basis

Die Horten-Brüder experimentierten bereits in den 1930er Jahren mit Nurflüglern – also Flugzeugen ohne separates Leitwerk. Ihre Segelflugzeuge H III und H IV bildeten das aerodynamische Fundament für spätere Entwicklungen. Dieses Wissen floss direkt in die Planung der Ho 229 ein.

Bau und Flugerprobung der Ho 229

Der Erstflug des unmotorisierten Prototyps V1 erfolgte am 1. März 1944. Wenige Monate später hob V2 mit zwei Strahltriebwerken ab – ein technologischer Quantensprung. Die Serienfertigung durch die Gothaer Waggonfabrik war bereits geplant, kam aber vor Kriegsende nicht mehr zustande.

Leistungsdaten des Prototyps

Die Ho 229 V2 hatte eine Spannweite von 16,76 Metern und war 7,47 Meter lang. Zwei Junkers Jumo 004B-Triebwerke erzeugten jeweils 8,7 kN Schub. In großer Höhe sollte das Flugzeug Geschwindigkeiten bis zu 977 km/h erreichen. Das Startgewicht lag bei etwa 8.100 Kilogramm.

Pilot und Waffen – geplant, nicht umgesetzt

Die Ho 229 war als Einsitzer ausgelegt. Geplant waren zwei 30-mm-MK-108-Kanonen sowie zwei 500-Kilogramm-Bomben. In den gebauten Prototypen wurde diese Bewaffnung allerdings nicht vollständig integriert oder getestet.

Technische Bedeutung für moderne Stealth-Bomber

Die Ho 229 kombinierte erstmals Strahlantrieb mit einem Nurflügel-Design. Damit setzte sie Maßstäbe für spätere Entwicklungen – insbesondere in der Stealth-Technologie. Ihr Einfluss reicht bis zu Flugzeugen wie der Northrop B-2.

Stealth-Effekte durch Formgebung

Die flache, leitwerkslose Silhouette reduzierte die Radarreflexion deutlich. Nach dem Krieg testeten US-Wissenschaftler diese Eigenschaft mit einem Nachbau. Das Ergebnis: Die Ho 229 war schwerer zu orten als konventionelle Maschinen – ein unbeabsichtigter Vorgriff auf spätere Tarnkappentechnik.

Wo das letzte Exemplar heute steht

Der sichergestellte V3-Prototyp wurde in die USA gebracht und ist heute Teil der Sammlung des Smithsonian National Air and Space Museum in Washington. Dort wird er erhalten und ist gelegentlich in Ausstellungen zu sehen.

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