Vor genau 25 Jahren begann ein neues Kapitel der Raumfahrt: Am 2. November 2000 betraten erstmals Menschen dauerhaft die Internationale Raumstation ISS. Seitdem leben und arbeiten ununterbrochen Astronautinnen und Astronauten im All. Fast 300 Personen aus 23 Ländern haben die Station bisher besucht – darunter auch Weltraumtouristen und ein russisches Filmteam.
Drei deutsche Astronauten haben bislang die Internationale Raumstation besucht. Thomas Reiter war 2006 der erste Deutsche auf der ISS und blieb rund fünf Monate an Bord. Alexander Gerst folgte 2014 und kehrte 2018 für eine zweite Mission zurück, bei der er als erster Deutscher das Kommando über die Raumstation übernahm. Matthias Maurer absolvierte 2021/2022 seinen ersten Langzeitaufenthalt auf der ISS im Rahmen der Mission „Cosmic Kiss“.
Heute ist die Raumstation so groß wie ein Fußballfeld und beherbergt modernste Forschungslabore. In fünf Jahren soll sie kontrolliert in der Erdatmosphäre verglühen. Für die Zeit danach setzt die US-Raumfahrtbehörde NASA auf private Anbieter.
Von der engen Drei-Zimmer-Station zur Hightech-Plattform
Die ersten ISS-Bewohner – Bill Shepherd (USA), Sergei Krikaljow und Juri Gidsenko (beide Russland) – starteten am 31. Oktober 2000 mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Zwei Tage später trafen sie auf der damals noch engen und feuchten Raumstation ein. Sie blieben fast fünf Monate.
Seitdem hat sich viel getan. Laut NASA, die das Projekt gemeinsam mit internationalen Partnern trägt, sei die Station ein globales Labor. Über 4.000 Experimente seien bislang durchgeführt worden, unterstützt von mehr als 5.000 Forschenden aus über 110 Ländern, wie die US-Website Military.com berichtet.
Weltraumtourismus und kritische Zwischenfälle
Seit dem ersten zahlenden Touristen im Jahr 2001 – der US-Geschäftsmann Dennis Tito – hat sich auch der private Zugang zur ISS verändert. Russland ermöglichte weitere Flüge, darunter 2021 auch für eine Filmcrew. Inzwischen erlaubt auch NASA kommerzielle Kurzaufenthalte. Zuletzt kamen Gäste aus Indien, Polen und Ungarn an Bord – begleitet von Peggy Whitson, der ersten Kommandantin der Station, wie Military.com schreibt.
Doch das Leben im All bleibt riskant. Defekte beim Andocken brachten die Station ins Taumeln. Immer wieder gibt es Risse, Luftlecks – und die ständige Gefahr durch Weltraumschrott.
Leben und Forschung in der Schwerelosigkeit
Die Wohnqualität hat sich über die Jahre deutlich verbessert. Es gibt Internettelefone und eine Glaskuppel mit Blick auf die Erde. Ein kanadischer Astronaut sang dort einst „Space Oddity“ von David Bowie. In Versuchsanlagen wachsen mittlerweile Blumen und Chilischoten, sogar ein Espressoautomat und ein Ofen für Cookies wurden getestet.
Emotionale Momente gehören ebenfalls zum Alltag: Astronauten wurden im All Eltern oder verloren Angehörige. Besonders lang war der Aufenthalt zweier NASA-Astronauten, deren Rückflug mit einer Boeing-Kapsel scheiterte – sie verbrachten über neun Monate auf der ISS.
Letzte Mission: geplanter Absturz über dem Pazifik
2031 soll die Raumstation kontrolliert verglühen. Dafür zahlt NASA knapp eine Milliarde Dollar (ca. 940 Millionen Euro) an SpaceX. Die Firma von Elon Musk wird eine spezielle Kapsel starten, die die ISS aus dem Orbit lenkt.
Doch noch ist es nicht so weit: auch nach 25 Jahren bleibe die ISS ein wichtiger Testort für Missionen zum Mond und Mars, so die NASA. Das nächste Ziel sei das Artemis-Programm – mit bemannten Flügen zum Mond und später zum roten Planeten.
Der Beitrag 25 Jahre Leben im All: ISS feiert Jubiläum – doch bald kommt das Aus erschien zuerst auf NEWS IN FIVE.
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