Drohnen mit Laserblick: Europas neue Wunderwaffe für präzise Schläge aus der Ferne

VonC. Peters

2. November 2025
[Symbolbild / Foto: Parilov / shutterstock.com]
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Ein französisches Unternehmen hat ein neues Lasersystem entwickelt, das auf Drohnen montiert werden kannEin französisches Unternehmen hat ein neues Lasersystem entwickelt, das auf Drohnen montiert werden kann

Ein unscheinbares Gerät mit großer Wirkung: Ein französisches Unternehmen hat ein neues Lasersystem entwickelt, das auf Drohnen montiert werden kann – und damit die Art und Weise verändern könnte, wie moderne Militärtechnik Ziele markiert. Statt Soldaten in gefährliche Frontbereiche zu schicken, könnten künftig unbemannte Fluggeräte aus sicherer Entfernung Ziele „anleuchten“, damit Präzisionswaffen sie punktgenau treffen.

Laserzielmarkierung aus der Luft

Wie das Fachportal Interesting Engineering berichtet, habe das französische Unternehmen Merio ein neuartiges Laserzielsystem namens Milvus vorgestellt. Das System sei so kompakt und leicht gebaut, dass es direkt auf Drohnen montiert werden könne. Bisher seien solche Laserzielmarkierer vor allem von Bodentruppen oder bemannten Flugzeugen eingesetzt worden – also stets mit Menschen in unmittelbarer Nähe zum Zielgebiet.

Das Milvus-System ermögliche es nun, Ziele aus sicherer Entfernung zu markieren. Dabei werde ein Laserstrahl auf das Ziel gerichtet, der von Präzisionswaffen wie gelenkten Bomben, Raketen oder Artilleriegeschossen erkannt werde. Diese könnten sich dann automatisch auf das reflektierte Licht ausrichten und das Ziel mit hoher Genauigkeit treffen, so Merio auf seiner Website.

Französisch-portugiesische Kooperation

Das Herzstück des Systems sei ein sogenannter Gimbal – eine stabilisierte Kameraeinheit – mit elektro-optischen und infrarotbasierten Sensoren sowie dem Laserzielgerät. Laut Merio sei das Modell Milvus 16MW nur etwa 16 Zentimeter groß und wiege rund 2,8 Kilogramm. Es verfüge über eine Full-HD-Tageslichtkamera mit bis zu 36-fachem Zoom sowie eine gekühlte Infrarotkamera mit 15-fachem Zoom. Zusätzlich seien ein Laser-Entfernungsmesser mit einer Reichweite von bis zu 12 Kilometern und ein Laserpointer integriert.

In Zusammenarbeit mit dem portugiesischen Drohnenhersteller Tekever werde das System in neue europäische Drohnen integriert. Beide Unternehmen hätten auf der UAV-Messe 2025 in Bordeaux eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Ziel sei es, die Fähigkeiten europäischer Aufklärungs- und Zielsysteme zu verbessern, wie Interesting Engineering unter Berufung auf die Hersteller berichtet.

Ein Schritt Richtung vernetzter Kriegsführung

Der große Vorteil dieser Technologie liege laut Merio in der Sicherheit: Soldaten müssten sich nicht mehr in gefährliche Gebiete begeben, um Ziele zu markieren. Stattdessen könnten Drohnen diese Aufgabe übernehmen – bei Tag und Nacht. Die so erfassten Koordinaten könnten dann in Echtzeit an andere militärische Einheiten wie Flugzeuge, Schiffe oder Artillerie weitergeleitet werden.

Das System sei Teil eines größeren Trends hin zur vernetzten Kriegsführung, bei der unbemannte Systeme Informationen sammeln, Ziele markieren und andere Waffensysteme aus der Ferne angreifen lassen. Dies entspreche auch den Prioritäten der NATO und der EU, die auf mehr Autonomie und Datenvernetzung innerhalb europäischer Streitkräfte setzten.

Die französische Firma betonte in einem Beitrag auf LinkedIn, man wolle mit dem Milvus-System die Grenzen der Innovation weiter verschieben und einen Beitrag zur Einsatzfähigkeit europäischer Streitkräfte leisten.

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