DIY-Drohne knackt Weltrekord mit 580 km/h – jetzt endlich offiziell

VonLukas Richter

21. November 2025
News in Five / Computergrafik / Symbolbild
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Ein kleiner Werkstattraum, ein Vater-Sohn-Team und eine Vision: Die schnellste batteriebetriebene Drohne der Welt zu bauen. Im Sommer 2025 wurde der Wunsch Wirklichkeit – mitten in der Wüste von Dubai. Dort durchbrach ein selbst entwickelter Quadrocopter die Grenze von 580 Kilometern pro Stunde und sicherte sich damit jetzt offiziell einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde.

Ein Rekordflug in der Wüste Dubais

Wie die Technikplattform Interesting Engineering berichtete, habe der südafrikanische YouTuber Luke Maximo Bell gemeinsam mit seinem Vater Mike am 22. Juni 2025 einen neuen Weltrekord aufgestellt. Ihr Drohnenmodell „Peregreen 3“ habe bei einem Testflug in der Al-Qudra-Wüste nahe Dubai eine Geschwindigkeit von 580,1 Kilometern pro Stunde erreicht. Damit sei der bisherige Rekord aus der Schweiz, der bei etwa 558 Kilometern pro Stunde lag, deutlich übertroffen worden.

Die Bestätigung des Rekords durch das Team von Guinness World Records sei am 18. November 2025 erfolgt. Der Flug sei minutiös dokumentiert worden – mit GPS-Daten, Bodenmarkierungen und offizieller Beobachtung. Der Rekord gelte für batteriebetriebene, ferngesteuerte Quadrocopter.

Leichtbau und Präzision aus dem 3D-Drucker

Der Weg zum Rekord begann laut Interesting Engineering in der Garage der Familie Bell. Dort hätten Vater und Sohn mithilfe von 3D-Druckern ein ultraleichtes, aerodynamisches Gehäuse entwickelt. Die vier Rotorarme seien so konstruiert worden, dass sie möglichst wenig Luftwiderstand erzeugten. Angetrieben wurde die Drohne von vier Hochleistungsmotoren, gespeist von großen Lithium-Polymer-Akkus im Zentrum des Flugkörpers.

Die Steuerung habe Luke Bell selbst programmiert. Über eine speziell angepasste Fernbedienung habe er die Drohne in Echtzeit manövrieren können. Gleichzeitig habe sein Vater über einen Laptop die technischen Werte wie Spannung, Temperatur und Akkustand überwacht. Um Abstürze zu vermeiden, seien eigene Sicherheitskreise entwickelt worden, die bei Überlastung automatisch eingriffen.

Hitze, Rückschläge und sechs Prototypen

Die Testbedingungen in der Wüste seien extrem gewesen: Temperaturen über 43 Grad Celsius hätten die Elektronik stark belastet. Frühe Prototypen seien regelmäßig abgestürzt – etwa, weil sich Magnete in den Motoren durch die Hitze lösten. Erst nach mehreren Anpassungen, darunter hitzebeständige Motoren, integrierte Kühlrippen und verstärkte Landebeine, sei ein stabiler Betrieb möglich gewesen.

Die entscheidenden Testflüge hätten bei Sonnenaufgang stattgefunden, wenn die Luft noch kühl genug war. Luke habe jeweils vor dem Start die Windrichtung geprüft, während Mike die Akkus mit der Präzision eines Boxenstopp-Teams wechselte. Mit dem sechsten Prototyp sei schließlich der Durchbruch gelungen.

Ein Flug, der Geschichte schrieb

Am Morgen des 22. Juni sei dann alles nach Plan verlaufen. Die Drohne habe die Strecke stabil durchflogen, während ein GPS-Modul die Geschwindigkeit dokumentierte. Guinness-Vertreter hätten den gesamten Ablauf überwacht und den Rekord offiziell anerkannt. Für das Vater-Sohn-Team sei es der Höhepunkt monatelanger Arbeit gewesen – geprägt von technischer Präzision, Ausdauer und Teamgeist.