Eine neue Variante des Coronavirus breitet sich in den USA aus und rückt erneut in den Fokus von Forschern. Erste Daten deuten darauf hin, dass sie sich möglicherweise dem Schutz bestehender Impfstoffe teilweise entziehen kann. Noch ist unklar, welche Folgen das für die weitere Entwicklung der Pandemie haben könnte.
Die Variante mit der Bezeichnung BA.3.2 wurde in Proben von Reisenden sowie in Abwasseranalysen in zahlreichen US-Bundesstaaten nachgewiesen, wie die britische Zeitung The Independent berichtet. Neben einzelnen klinischen Fällen deuten insbesondere Abwasserproben darauf hin, dass die tatsächliche Verbreitung deutlich größer sein könnte als bisher erfasst.
Variante mit zahlreichen Mutationen
BA.3.2 gehört zur Omikron-Familie und wurde erstmals 2024 in Südafrika identifiziert. In den USA tauchte sie im Juni 2025 bei einem Reisenden aus den Niederlanden auf. Seit Herbst 2025 wird sie verstärkt beobachtet und mittlerweile in 23 Ländern nachgewiesen.
Nach Angaben von Forschern unterscheidet sich die Variante genetisch deutlich von den bislang dominierenden JN.1-Linien. Diese Unterschiede betreffen vor allem das sogenannte Spike-Protein, mit dem das Virus in menschliche Zellen eindringt. BA.3.2 weist demnach rund 70 bis 75 Veränderungen in diesem Bereich auf.
Laboruntersuchungen legen nahe, dass diese Mutationen die Fähigkeit des Virus erhöhen könnten, sich schneller zu verbreiten und vorhandene Immunreaktionen zu umgehen.
Demnach zeigten Antikörper, die durch aktuelle Impfstoffe aktiviert werden, eine geringere Wirksamkeit gegenüber BA.3.2 als bei anderen Varianten.
Verbreitung und bisherige Erkenntnisse
Nachweise der Variante gibt es inzwischen in mehr als 20 US-Bundesstaaten, darunter Kalifornien, New York, Texas und Florida. Dennoch gehört BA.3.2 bislang nicht zu den dominierenden Virusvarianten in den USA.
Auch Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe gibt es bisher nicht. Laut den vorliegenden Daten wurden einzelne Infektionen bei hospitalisierten Patienten festgestellt, darunter ältere Menschen mit Vorerkrankungen sowie ein Kind. Alle Betroffenen überlebten. Die Forscher betonen, dass diese Fälle keine Rückschlüsse auf eine erhöhte Gefährlichkeit der Variante zulassen.
Parallel dazu zeigen aktuelle Zahlen, dass Covid-19 insgesamt an Bedeutung verloren hat. Andere Atemwegserkrankungen wie Grippe und RSV dominierten zuletzt die Wintersaison.
Zudem sind sowohl Todesfälle als auch positive Tests und Krankenhausaufenthalte im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.
Dennoch bleibt das Virus präsent. Laut Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden in diesem Jahr bereits mehr als 3.600 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.
Experten gehen davon aus, dass das Virus weiter mutieren wird und Anpassungen bei Impfstoffen notwendig werden könnten.
Folgen Sie uns schon? Klicken Sie einfach auf das „+ Folgen“-Zeichen über dem Beitrag.
Der Beitrag Forscher warnen vor Ausbreitung neuer Corona-Variante – Impfschutz könnte nicht wirken erschien zuerst auf NEWS IN FIVE.

